Gewährleistung: Die Rechte und Pflichten von Handwerkern

Sie ist gesetzlich geregelt und dient dem Schutz der Verbraucher – die Gewährleistungspflicht, auch Mängelhaftung genannt. Der Sinn ist, den Verbraucher vor dem Erwerb von mangelhafter Ware zu schützen. Mit dem Kaufvertrag verpflichtet der Verkäufer sich, für mangelhafte Ware innerhalb eines gewissen Zeitrahmens Gewähr zu leisten. Nicht zu verwechseln ist die Gewährleistungspflicht mit der Garantie, auf die wir noch weiter eingehen werden. Doch wie sieht die Gewährleistung für Handwerker aus, wie viele Jahre ist sie gültig und was genau zählt als Mangel?

Was zählt als Mangel?

Mängel werden grundsätzlich nach Sach- und Rechtsmängeln unterschieden.

Rechtsmängel bezeichnen Mängel, die etwa das Recht am Eigentum betreffen, beispielsweise wenn Rechte übertragen werden, die eigentlich gar nicht bestehen. Kaufen Sie also ein Haus, ohne vorher informiert zu werden, dass eine Dritte Partie aber ein lebenslanges Wohnrecht hat, dann wäre das ein Rechtsmangel. Rechtsmängel kommen im Handwerk eher selten vor.

Sachmängel bezeichnen Mängel an der Qualität des Produktes oder der erbrachten Leistung. Verwendet der Handwerker also andere Materialien als vereinbart, oder weichen die Produkteigenschaften von der vereinbarten Leistung ab, dann gilt das als Sachmangel. Hier kommt es also auf Abweichungen vom den an, was zwischen den Parteien vereinbart wurde. Auch die Sachmängel können weiter unterteilt werden. Hier wird unterschieden zwischen Beschaffenheitsmängeln, Montagemängeln und Manko- oder Falschlieferung. Beschaffenheitsmängel bezeichnen Mängel an Eigenschaften, die vertraglich festgelegt wurden. Wurden die genauen Eigenschaften nicht klar definiert, wird geprüft ob die Eignung zur vertraglich vereinbarten Nutzung besteht. Ist die Montage Teil eines Kaufvertrages, dann kann auch sie bemängelt werden. Wird sie unsachgemäß durchgeführt dann ist dies ein Sachmangel, auch wenn der eigentliche Gegenstand nicht beschädigt ist. Auch die Lieferung eines falschen Produktes, oder einer zu geringen Menge gilt als Sachmangel und muss nachgebessert werden.

Gewährleistungspflicht für Handwerker

Im Handwerk läuft die Gewährleistungspflicht ab dem Zeitpunkt der Abnahme. Vor der Abnahme sollte der Kunde die Leistung also sorgfältig prüfen, besonders bei großen Projekten. Ab diesem Moment haftet der Verkäufer für Sach- und Rechtsmängel, die beim Zeitpunkt der Übergabe schon vorhanden waren, auch wenn sie erst später zum Vorschein kommen. Bei regulären Handwerkarbeiten, wie Renovierungen, Instandsetzungen oder Umbauten geringen Ausmaßes beträgt die Dauer der Gewährleistung 24 Monate, also 2 Jahre. Bei Verbrauchsgütern liegt die Beweislast in den ersten sechs Monaten beim Verkäufer, der nachweisen muss, dass der Mangel zum Zeitpunkt des Verkaufs noch nicht vorhanden war. Nach den sechs Monaten dreht sich die Beweislast um und der Käufer muss nachweisen, dass die Ware von Beginn an mangelhaft war. Anders im Handwerk: Wurde die Sache als erfüllt angenommen, liegt die Beweislast von Beginn an beim Käufer.

Handelt es sich um einen Werkvertrag, wird bei der Gewährleistungsfrist abgegrenzt, ob es sich um ein Bauwerk handelt. Ein Bauwerk ist definiert als unbewegliche, in Verbindung mit dem Erdboden hergestellte Sache. Sie muss wesentlich zum Erhalt, oder der Nutzbarkeit des Gebäudes beitragen. Auch Leistungen, die fest mit dem Gebäude verbunden sind und sich auf seine Substanz auswirken, wie eine angefertigte Einbauküche oder Heizung, sowie etwa das Streichen eines gesamten Hauses, zählen dazu. Bei einem Bauwerk beträgt die Gewährleistungsfrist fünf Jahre, wenn nicht anders vereinbart. Anders verhält es sich bei arglistig verschwiegenen Mängeln: Bei Betrug besteht ein Recht auf Gewährleistung von 30 Jahren.

Tritt tatsächlich im Laufe der Gewährleistungsfrist ein Mangel auf, dann reicht der Kunde eine sogenannte „Mangelrüge“ ein. Damit fordert er den Handwerker dazu auf, das Problem innerhalb einer angemessenen Frist zu beseitigen. Hierzu gibt es verschiedene Optionen: Im ersten Schritt hat der Handwerker ein Recht auf Nacherfüllung, er kann die Arbeit also nachbessern oder austauschen, das ist ihm überlassen. Ist dies nicht möglich, oder unzumutbar, dann steht dem Auftraggeber zumindest eine Minderung zu. Verweigert der Handwerker die Nachbesserung, so hat der Kunde einen Anspruch auf Ersatz durch einen anderen Handwerker. Er kann die Arbeit auch selber, auf Kosten des Handwerkers, vornehmen und einen Vorschuss verlangen. Bei einem laufenden Vertrag besteht auch das Rücktrittsrecht, Recht auf Minderung der Zahlungen und schlussendlich ein Anspruch auf Schadensersatz.

Gewährleistung vs. Garantie

Während die Gewährleistung gesetzlich geregelt ist und nur jene Mängel abdeckt, die zum Zeitpunkt des Kaufes schon vorhanden waren, ist die Garantie eine freiwillige Leistung des Verkäufers. Die Garantie kann die Gewährleistung niemals ersetzen oder verringern, sie ist lediglich eine freiwillige Zusatzleistung. Die Gewährleistung gilt also für jene Mängel die an mangelhafter Ursprungsqualität liegen, auch wenn sie erst später sichtbar werden. Die Garantie hingegen verspricht die einwandfreie Qualität und Funktionsfähigkeit des Produktes während der gesamten Gültigkeit der Garantie. Hier muss der Kunde also nicht nachweisen, dass der Mangel schon beim Kauf vorhanden war. Die Garantie ist freiwillig und kann daher vom Hersteller frei definiert werden. Eine Garantie ist also eine Art Qualitätsversprechen, die dem Käufer mehr Sicherheit bietet und das Vertrauen zum Unternehmen fördert.