Betrieblicher Brandschutz – Spielen Sie nicht mit dem Feuer

Der betriebliche Brandschutz steht in Sachen Arbeitsschutz ganz oben auf der Liste. Nicht nur zur Sicherheit der Mitarbeiter sollte das Thema ernst genommen werden, es gibt auch gesetzliche Regelungen hierzu. Um diese zu erfüllen, genügt aber kein gut gemeinter Feuerlöscher. Die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen hängen von der Größe des Betriebs und der Komplexität der Arbeitsvorgänge ab. Auch Vorbeugung ist ein wichtiger Punkt, da immerhin über 50% der betrieblichen Brandfälle durch Fahrlässigkeit der Mitarbeiter verschuldet sind. Dennoch haftet die Geschäftsleitung, da sie für den Brandschutz im Betrieb zuständig ist.

Rechtliche Aspekte

Das Arbeitsschutzgesetz definiert klar die Rechte und Pflichten des Arbeitgebers bezüglich betrieblicher Sicherheit.

Die Grundpflichten des Arbeitgebers in §3 schreiben die Verantwortung für Arbeitsschutzmaßnahmen unter Berücksichtigung der Umstände im Unternehmen dem Arbeitgeber zu. Die Maßnahmen zu Sicherheit und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter müssen stets auf Wirksamkeit überprüft und laufend verbessert werden. Der Arbeitgeber ist sowohl für die erforderlichen Mittel, als auch die Organisation zuständig. Er muss auch für die Vorbereitung und Aufklärung der Mitarbeiter sorgen und die finanziellen Aufwände tragen.

Entsprechend §10 ist der Arbeitgeber für Maßnahmen zur Ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung zuständig. Verbindungen zu außerbetrieblichen Stellen für Notversorgung, Brandbekämpfung, Bergung, sowie Erste Hilfe sind erforderlich. Zudem müssen unter den Mitarbeitern Zuständige ernannt werden, die im Falle eines Notfalls die Leitung übernehmen und Evakuierung, Brandbekämpfung und Erste Hilfe Maßnahmen organisieren. Die Anzahl der Verantwortlichen muss in angemessenem Verhältnis zu den Gefahren und Mitarbeitern stehen und sie müssen zudem entsprechend ausgebildet und ausgerüstet sein.

Die Arbeitsstättenverordnung sieht auch Verkehrswege, Fluchtwege und Notausgänge vor. Feuerlöscheinrichtungen müssen vorhanden sein und sachgerecht gewartet werden. Die Fluchtwege müssen immer freigehalten werden und ein Flucht- und Rettungsplan, je nach Gefährdungsbeurteilung, ebenfalls vorhanden sein. Die Gefährdungsbeurteilung muss fachkundig durchgeführt und dokumentiert werden.

Laut §14 der Musterbauordnung müssen bauliche Anlagen so eingerichtet sein, dass der Entstehung eines Brandes und der Brandausbreitung entgegengewirkt wird und die Rettung von Menschen, sowie Tieren möglich ist.

Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen betreffen nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Instandhaltung und Minimierung von Risiken. Ziel des Brandschutzes ist nicht nur der Personenschutz, sondern auch der Schutz der Umwelt, sowie der Sachwerte im Betrieb. Der vorbeugende Brandschutz hat zum Ziel den Ausbruch und die Ausbreitung eines Brandes zu verhindern, sowie Rettungswege und Mittel zur Brandbekämpfung bereitzustellen. Die genaue Anzahl an Feuerlöschern und anderer Schutzmaßnahmen hängt von der Gefährdungsbeurteilung ab. Grundsätzlich zählen zur Vorbeugung der bauliche Brandschutz, anlagentechnische Brandschutz, sowie der organisatorische Brandschutz.

Alle Mitarbeiter sollten über das Verhalten im Brandfall und die nächsten Notausgänge informiert werden. Die Flucht- und Rettungspläne sollten stets sichtbar ausgehängt sein.

Verhalten im Brandfall

Sollte es trotz vorbeugender Maßnahmen zu einem Brandfall kommen lautet die Devise: Ruhe bewahren! Der Ausbruch von Panik sollte unbedingt vermieden werden. Die Zuständigen müssen dafür sorgen, dass die Anwesenden ruhig, aber zügig und geordnet das Gebäude über die Fluchtwege verlassen. Unbedingt Rücksicht auf die anderen Mitarbeiter nehmen und dafür sorgen, dass jedem der Brandfall bewusst ist, vor allem weil der Feueralarm auch für einen Probealarm gehalten werden kann.

Sobald wie möglich sollten Sie einen Notruf bei der Feuerwehr absetzen um schnellstmöglich Hilfe zu bekommen.

Haben Sie einen Notausschalter in Ihrem Betrieb, betätigen Sie diesen. Ansonsten den Gashaupthahn schließen und Anlagen abschalten, um die Verbreitung des Feuers nicht weiter anzustacheln.

Beim Verlassen des Gebäudes ist es am besten gebückt zu laufen, da Rauch und Hitze nach oben steigen. So minimieren Sie das Risiko bei starkem Rauch bewusstlos zu werden und im schlimmsten Fall das Gebäude nicht verlassen zu können.

Ist das Feuer noch in der Anfangsphase können Sie versuchen mit einem Feuerlöscher die Flammen einzudämmen, denken Sie dabei aber immer zuerst an Ihre Gesundheit und gefährden Sie sich niemals selbst.

Ist der Brand gelöscht und die Sicherheit der Menschen wieder gewährt, sollten sie den Brand umgehend dem Brandschutzbeauftragten und der Betriebsleitung melden.

Anschließend geht es daran die Schäden zu beseitigen und den Betrieb schnell wieder einsatzbereit zu machen.