Beim Arbeitsunfall sofort richtig handeln!

Trotz Einhaltung aller Schutzmaßnahmen, Arbeitsschutzkleidung und klaren Anweisungen kann es jederzeit passieren: Ein Arbeitsunfall. Ein Arbeitsunfall beschreibt den Fall eines Unfalls einer versicherten Person während einer versicherten Tätigkeit, der mit gesundheitlichen Schäden, Beschädigung von Hilfsmitteln, oder sogar dem Tod endet. Es handelt sich dann um einen Arbeitsunfall, wenn der Unfall in direktem Zusammenhang mit der Tätigkeit steht und nicht durch den Arbeitnehmer verschuldet ist. Passiert der Unfall also während privaten Tätigkeiten, oder wurden Anweisungen missachtet, dann handelt es sich nicht offiziell um einen Arbeitsunfall. Unfälle auf direktem Weg zur Arbeit, zwischen dem Verlassen des Wohnhauses und dem Erreichen der Arbeitsstelle, nennen sich Wegeunfall und zählen ebenfalls als Arbeitsunfälle. Kommt ein solcher Arbeitsunfall in Ihrem Unternehmen auf, müssen Sie sofort richtig handeln.

Sofortmaßnahmen und weitere Schritte

Tritt trotz aller Schutzmaßnahmen ein Arbeitsunfall in Ihrem Betrieb ein, greifen Sie sofort ein. Der Erste Schritt ist die Rettungskette in Gang zu setzen. Als Erstes unbedingt die Unfallstelle absichern, also alle Maschinen abschalten und weitere Gefahrenquellen entfernen. Dann umgehend Erste Hilfe leisten und parallel den Notarzt rufen. In riskanten Bereichen sollten die Mitarbeiter alle wissen, wie Erste Hilfe geleistet wird, wo sich der nächste Verbandkasten befindet und von wo der Notruf abgesetzt werden kann. Nimmt der Arbeitsunfall einen tödlichen Ausgang, muss auch die Polizei umgehend benachrichtigt werden.

Hat der Unfall eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen zur Folge, Unfalltag nicht einbezogen, muss der Arbeitgeber dies der Berufsgenossenschaft innerhalb von drei Tagen melden. Nehmen mehr als drei Personen Schaden an, oder ist der Arbeitsunfall tödlich, so muss die Meldung unverzüglich erfolgen, über Telefon oder Fax. Auch die Gewerbeaufsicht muss in diesem Fall informiert werden. Zwei Ausführungen der Unfallanzeige gehen an die Berufsgenossenschaft, eine behält der Arbeitgeber als Nachweis. Auch der Verletzte sollte eine Kopie erhalten.

Leichte Verletzungen (Arbeitsunfähigkeit weniger als drei Tage) müssen im Verbandbuch eingetragen werden, welches für eine Dauer von mindestens fünf Jahren aufgehoben wird. Das Verbandbuch dient als Nachweis, falls beim Geschädigten noch spätere Unfallfolgen eintreten.

Ein Durchgangsarzt wird dann eingeschaltet, wenn voraussichtlich keine Behandlung im Krankenhaus notwendig ist, eine Arbeitsunfähigkeit aber möglich ist. Der sogenannte D-Arzt ist Spezialist in der Unfallmedizin und wird von der Unfallversicherung geschickt. Er entscheidet über die weitere Behandlung des Geschädigten.

Das psychische Wohlbefinden der Verletzten, oder eventuellen Zeugen eines schweren Unfalls, sollte auch beachtet werden. Schlimme Unfälle sind oft traumatisierend und auch wenn die Folgen nicht direkt sichtbar sind, wie physische Verletzungen, dürfen sie nicht vernachlässigt werden. Eine Erstbetreuung am Unfallort kann von der Polizei und häufig auch von der Berufsgenossenschaft gestellt werden.

Sind die Unfallanzeige und der Arztbericht eingegangen, kann die Rehabilitation beginnen. Für die Leistungen ist die Berufsgenossenschaft zuständig, sie informiert den Arbeitnehmer auch über seine Ansprüche, ohne, dass er einen Antrag stellen muss.

Ist die gesundheitliche Lage des verletzten Mitarbeiters geklärt, sollte der Ursache des Unfalls unbedingt auf den Grund gegangen werden. Der Arbeitgeber muss genau prüfen, wie es zu dem Unfall kam und entsprechende Maßnahmen einleiten, um zukünftige Unfälle auf der Arbeit zu verhindern.

Versicherung

Nach der Berufskrankheit sind Arbeitsunfälle bei der gesetzlichen Unfallversicherung der zweithäufigste Versicherungsfall. Als Arbeitsunfall wird jeder Unfall gezählt, der durch eine versicherte Tätigkeit, unabsichtlich herbeigeführt wurde. Die versicherte Tätigkeit bezieht auch den direkten Weg zur Arbeit ein. Hat der Verletzte die Gefahr jedoch selbstgeschaffen, beispielsweise durch Alkoholkonsum auf der Arbeit oder Missachtung der betrieblichen Regelungen, besteht häufig kein direkter Zusammenhang mehr zu der versicherten Tätigkeit. Die versicherte Tätigkeit muss jedoch direkte Ursache des Unfalls sein. Hat ein Arbeitnehmer also während seiner Schicht einen Herzinfarkt, dann gilt dies als innere Ursache und wurde nicht durch die Tätigkeit herbeigeleitet, ist demzufolge also kein Arbeitsunfall. Der Begriff „Unfall“ wird als zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis definiert, welches Gesundheitsschäden oder den Tod mit sich zieht. Dauert das Ereignis also länger als eine Arbeitsschicht an, dann gilt es möglicherweise als Berufskrankheit, jedoch nicht als Arbeitsunfall. Auch ein Gesundheitsschaden muss zwingend vorliegen, dieser schließt aber auch Schäden an Hilfsmitteln, wie Brillen oder Prothesen ein, solange sie für ihren herkömmlichen Gebrauch genutzt wurden.

Sind die Voraussetzungen für den Arbeitsunfall erfüllt, ist die gesetzliche Krankenversicherung nicht leistungspflichtig für den Versicherungsschutz, sondern der Unfallversicherungsträger. Der Umfang des Leistungsanspruchs hängt vom jeweiligen Schaden ab, Ziel ist es jedoch den Zustand von vor dem Unfall wieder herzustellen. Dies erfolgt durch gesundheitliche Leistungen, aber auch durch finanzielle Entschädigung.
Versicherungsträger sind die gewerblichen Berufsgenossenschaften oder Unfallkassen des Bundes und der Länder. In jedem Fall muss der Unfall der Unfallversicherung, wie schon erwähnt, innerhalb der drei-tägigen Frist gemeldet werden, im Todesfall umgehend. Ein zusätzlicher Antrag muss nicht gestellt werden.

Im besten Fall kommt es in Ihrem Betrieb niemals zu einem ernsten Arbeitsunfall. Durch zuverlässigen Arbeitsschutz tragen Sie als Arbeitgeber maßgeblich zur Sicherheit Ihrer Arbeitnehmer bei. Sollte doch einmal ein Arbeitsunfall treten, helfen diese Informationen Ihnen hoffentlich bei der korrekten Abwicklung.