Bauabnahme – Vorbereitung ist das A und O

Die Bauabnahme kennzeichnet einen der wichtigsten Momente eines jeden Bauprojektes. Bei diesem letzten Durchgang nach Fertigstellung wird das Werk genau unter die Lupe genommen um mögliche letzte Mängel aufzudecken, es handelt sich also um eine Art Qualitätskontrolle.

Die Bauabnahme gilt als Bestätigung dafür, dass der Auftrag erfüllt wurde und das Bauwerk mängelfrei ist. Ab dem Moment der Bauabnahme startet die Gewährleistungsfrist der Baufirma, doch die Beweislast liegt dann beim Bauherren. Daher ist es wichtig, dass bei der Bauabnahme auf jedes Detail geachtet wird.

Ablauf der Bauabnahme

Die Bauabnahme sollte schon im Voraus durch den Bauherren vorbereitet werden um sicherzustellen, dass keine Mängel übersehen werden. Kennt der Bauherr oder private Hausbauer sich nicht so tiefgehend mit der Materie aus, sollte er auf jeden Fall einen Profi hinzuziehen. Ein Bausachverständiger kann eine Inspektion vornehmen und gemeinsam mit dem Auftraggeber alle wichtigen Punkte schon im Voraus überprüfen. Kommen hier schon erste Mängel ans Licht, dann sollten diese unbedingt notiert werden. Bei der offiziellen Bauabnahme können diese direkt ins Protokoll eingetragen werden.

Auch bei der richtigen Bauabnahme ist es empfehlenswert den Sachverständiger mit dabei zu haben. Wichtig ist, dass das Abnahmeprotokoll korrekt geführt wird. Sind die Mängel alle im Protokoll vermerkt, wird üblicherweise ein erneuter Termin für die Abnahme festgelegt. Doch auch eine Verweigerung der Bauabnahme ist möglich. Sind gravierende Mängel vorhanden, die die Nutzung des Baus womöglich noch einschränken, kann und sollte die Abnahme verweigert werden. Achten Sie aber stets darauf, welche Leistungen vertraglich vereinbart wurden. Denn nur was im Bauvertrag steht, muss auch ausgeführt werden. Hier lohnt es sich auch, schon vor Beginn der Bauarbeiten den Vertrag von einem Profi überprüfen zu lassen.

Übrigens sollten Sie auch mit den Zahlungen vorsichtig sein. Denn zahlt der Bauherr die Schlussrate, so akzeptiert er sie damit offiziell und hat den Bau damit abgenommen, ob absichtlich oder nicht. Daher halten Sie die letzte Zahlung am besten zurück, bis Sie den Bau bewusst abgenommen haben.

Konsequenzen der Bauabnahme   

Durch die Bauabnahme wird bestätigt, dass das Gebäude gemäß Vertrag mängelfrei übergeben wurde. Damit gehen die Rechte und Pflichten des Gebäudes an den Bauherren über. Das bedeutet, dass sich auch die Beweislast für die Gewährleistung umkehrt und der Bauherr nun nachweisen muss, dass vorhandene Mängel schon von Beginn an da waren. Da dies im Interesse des Bauunternehmens ist, ist Vorsicht bei der Abnahme geboten. Der Bauunternehmer bietet bei vorhandenen Mängeln oft eine Teilabnahme an, um schon einmal die Haftung für die jeweiligen Bauabschnitte an den Bauherren zu übertragen. Dies sollten Sie vermeiden und das Gebäude erst dann abnehmen, wenn es vollständig ist. Das bedeutet aber auch, dass der Bezug des Gebäudes sich verschiebt, da, ebenso wie die Schlusszahlung, auch ein Einzug schon als Abnahme zählt. Abgesehen vom Beginn der 5-jährigen Gewährleistungsfrist ist ab dem Zeitpunkt der Abnahme der Bauherr auch für die Sicherheit des Baus zuständig. Während vor der Bauabnahme der Bauunternehmer für die Versicherungen zuständig ist, übergeht die Verantwortung nun an den Bauherrn. Seien Sie also sorgfältig bei der Schlussabnahme und überstürzen Sie sie nicht, sonst bleiben Sie womöglich auf vorhandenen Mängeln sitzen und tragen die Kosten.

Checkliste

  • Vertrag vor Unterzeichnung von Experten auf Vollständigkeit checken lassen
  • Vor Bauabnahme mit Experte den Bau inspizieren
  • Bei Bauabnahme von Experte begleiten lassen

 

  • In Abnahmeprotokoll auf jeden Fall aufnehmen:
  • Name des Bauherrn
  • Adresse des Hauses
  • Auftragsnummer und Datum des Bauvertrags
  • Auflistung aller erwarteten Leistungen
  • Auflistung der anwesenden Personen bei der Bauabnahme
  • Datum, sowie Ort der Bauabnahme
  • Auflistung aller sichtbaren Mängel
  • Termin für erneute Bauabnahme

 

  • Sind Mängel zu beseitigen, klaren Termin für Neuabnahme im Abnahmeprotokoll festhalten
  • Auch bei Zweitabnahme Experten mitnehmen
  • Mögliche Vertragsstrafe bei Nichterfüllung oder Verspätung in Abnahmeprotokoll übernehmen, sonst verfällt der Anspruch
  • Schlussabrechnung nicht vor Bauabnahme begleichen
  • Nicht vor Bauabnahme in neuem Gebäude einziehen

 

Beachten Sie all diese Faktoren und begehen Sie das Gebäude stets mit kritischen Augen, dann sollte die Bauabnahme zu Ihren Gunsten ablaufen und Sie können sehr bald Ihren Bau beziehen. Seien Sie geduldig und vorsichtig und überstürzen Sie die Bauabnahme nicht, nur um früh in das Haus einziehen zu können. Sorgfalt und die Begleitung eines Experten schützen sie vor rechtlichen Konsequenzen und unerwarteten Kosten.